Ratzeburg Tag 11

Heute war eindeutig der Wurm drin! Dabei hatte der Tag gut begonnen. Ich bin in Lübeck bei einer Person aus dem CdE (Club der Ehemaligen der deutschen Schülerakademie) untergekommen. Sie wohnte praktisch auf dem Weg und so konnte ich mich nach einem leckeren Frühstück auf den Weg machen. Da mir die JuHe schon gesagt hatte, dass sie noch gar nicht geöffnet haben und die mir dort empfohlene Pension voll war, hatte ich den Plan mal wieder die Touristen-Info zu bemühen. Notwendige Bedingung dafür: Rechtzeitig in Ratzeburg ankommen, damit ich dort auch noch  wen antreffe.
Hier hatte ich aber nicht an die kleine Zeh Gewerkschaft gedacht, die nach ca. einer Stunde in den Warnstreik ging. Die Folge waren heftige Schmerzen in besagtem Körperteil. Da es sich hier um eine Nischen-Gewerkschaft handelt die einen sehr kleine, dafür aber systemrelevante Berufsgruppe vertritt, waren Verhandlungen notwendig. Ich bot erst einmal das ablassen von Flüssigkeiten aus der Blase am Fuß an. Gefühlt verlor ich dadurch einen halben Liter Flüssigkeit, aber dieses großzügige Angebot der Arbeitgeberseite wurde einfach ignoriert. Es folgte die schlimmste Stunde meiner Tour. Die Strecke verlief direkt am Elbe-Lübeck-Kanal, war dementsprechend langweilig und der Fuß schmerzte so, dass es mir zwischenzeitlich schwer fiel, entgegenkommende Radfahrer freundlich zu grüßen. Nach einer Stunde am Kanal verordnete ich eine große Tarifrunde auf eine der hier im Norden seltenen Bänken. Inzwischen besann ich mich auf die alte Weisheit, dass es keinen richtigen Zeh im falschen Blasenpflaster geben kann. Grund der Schmerzen war nämlich wie es sich jetzt herausstellte die Verbindung zwischen Blasenpflaster und Zehnagel, die den Nagel andauernd in die falschen Richtungen drückte. Nachdem ich mit Mühe bestimmen konnte was Blasenpflaster und was Zehnagel war, wurde alles entfernt, was nicht organischer Natur war. Ersetzt wurde mein Kunstwerk nur durch etwas Tape. Sofort wurde aller Streik eingestellt. Der Zeh ist zwar jetzt nur noch eine einzige Blase, aber er schmerzt nicht mehr beim Laufen. Am anderen Fuß kam jetzt auch noch eine Blase zwischen Ballen und Zehen dazu, aber die stört nicht. Ich habe nicht die leiseste Ahnung warum ich mir jetzt nach über 300 km Strecke plötzlich Blasen laufe.
Die Touristen-Info hatte natürlich schon geschlossen, als ich in Ratzeburg ankam. Also blieb nur die Taktik ein nicht ganz so teuer klingendes Hotel anzurufen. Jetzt habe ich zwar etwas mehr gezahlt, als ich sonst einplane, dafür ist das Zimmer auch nicht besser als gewohnt, was meine These bestärkt, dass Preis und Komfort /Frühstücksqualität unabhängige Variablen sind.  🙂
Aber es haben heute auch Dinge funktioniert: Die Eisdiele, die mir sowohl von meiner CdE Kollegin, wie auch von einem Herrn empfohlen wurde den ich heute unterwegs traf (ja ich werde täglich mehrfach angesprochen und oft gibt es Tipps und Hinweise auf Sehenswürdigkeiten und oder Einrichtungen wie eben Eisdielen), hatte noch geöffnet, so dass ich noch ein Eis essen konnte. Ob ich den mir empfohlenen Döner gegessen habe kann ich nicht sagen, da es hier zu viel Läden gab. Die Döner-Preise sind außerhalb des Ruhrpotts vergleichsweise hoch. Geschmacklich kann man aber nicht klagen. Und um die Zeitumstellung zu überleben gehe ich jetzt schlafen.

One Reply to “Ratzeburg Tag 11”

  1. Respekt
    Dein Onkel ist stolz auf Dich – oder so in etwa:
    Du weisst ja: alles was Dich nicht umbringt macht Dich härter.
    Spass bei Seite…
    Wünsche Dir ein wenig Entspannung und Besserung heute Nacht und morgen einen angenehmeren und nicht so langen Weg.
    Liebe Grüsse
    Dein OT

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